Zeschdorfer sauerbrunn

Zeschdorfer Sauerbrunn(Tscheschdorfer Sauerbrunn)

Östlich von der Gemeinde Zeschdorf am Rande der Gemeindegrenze befindet beim Bielkowitzer Bach die Quelle des Zeschdorfer Sauerbrunns. Bis Ende des Jahres 1945 waren hier drei Stellen, an denen das Wasser hervorsprudelte. Diese Mineralwasserquelle ist schon seit dem Jahre 1669 bekannt, die erste Aufzeichnung über ihre Wirkung ist aus dem Jahre 1673. Der Zeschdorfer Sauerbrunn war eines von sehr beliebten Ausflugzielen von wanderungsfreudigen Einheimischen und urlaubenden Gästen aus Sternberg, Olmütz und Umgebung. Der Brunnen am Rande der Wiesen neben dem Bächlein spendete einen köstlichen erfrischenden Trunk, welchen die Touristen nach langem Fußmarsch mit einem mitgebrachten Becher oder Topf schöpften. In der Nähe entlang des Baches in Richtung von Deutsch Lodenitz breitete sich eine große Wiese zum fröhlichen Spielen und zum Ausruhen aus (heute ist der größte Teil bewaldet). In der Umgebung der Quelle ruhte sich Jung und Alt aus, schwatzten, sangen, aßen ihre Jause, die sie im Rucksack mitbrachten und beobachteten die aus der Tiefe aufsteigenden und auf der Oberfläche explodierenden und den Wasserspiegel kräuselnden Kohlensäureblasen. Das abfließende Wasser färbte die Steine mit einer rotbraunen Farbe und schloss dieses Naturschauspiel ab. Die rostfarbene reichlich mit Kohlendioxyd angereicherte Quelle war besonders für die gegenwärtig blutarmen Stadtkinder empfohlen.

Einige Schritte bachabwärts war in einer steinernen Hütte eine zweite Quelle verborgen, wo Landwirte aus dem fernen Flachland in der Erntezeit Fässchen anfüllten. Bekannt war der Zeschdorfer Einwohner Johann Mück, der in der Sommerzeit mit seinem Pferdegespann frischen Sauerbrunnen an die Sternberger Haushalte lieferte.

Zur Zeit der ersten Republik kam es zu einem Wechsel des Eigentümers und der freie Zugang zu der Quelle auf der Wiese war beendet. Die Quelle wurde unterfasst, es vertiefte sie Dr. Albin Nasswetter aus Dollein, der einen schriftlichen Vertrag mit der Gemeinde hatte und welcher hier eine große Menge seiner finanziellen Mittel investierte und die Absicht hatte, hier eine Kuranstalt zu errichten. Im Jahre 1936 wurde ein Pavillon mit einer neuzeitigen Füllanlage erbaut und es begann mit der Lieferung von Mineralwasser. Es wurde benachbart ein Wohn – und Einkehrhaus (1930) mit dem Gasthaus „Zum Finkenwirt“ errichtet.

Gegenüber der entlang verlaufenden Straße stand noch ein Häuschen mit einer Quelle welches der Fürst Liechtenstein erbauen ließ, wo der Einwohner von Neuhof Wilhelm Niklas Damals seine Gefäße und Flaschen mit erfrischendem Mineralwasser füllte und mit seinem Pferdefuhrwerk bis Freudenthal lieferte. Diese Quelle war allen Vorbeikommenden zugänglich.




Der Besucher stieg nach dem Aufstieg über eine Treppe zum Pavillon einige Stufen hinunter, wo in einem großen Glasgefäß das Mineralwasser hervorzuquellen begann. Aus den Zapfhähnen konnten wir das stark eisen – und kohlensäurehältige Wasser in mitgebrachte Gefäße füllen. Das Unternehmen von Dr. Naßwetter war aber nicht von langer Dauer und endete im Oktober 1938 nach dem Anschluss dieses Gebietes an das Großdeutsche Reich. Der Pavillon wurde nach Beendigung des Krieges und Aussiedlung der deutschen Bevölkerung verwüstet und schließlich außerdem auch mit dem Quellgebiet dem Erdboden gleichgemacht.

Pavilon Dr. Nasswettra (1945)
Der Pavillon Dr. Naßwetter (1945)

Das Eigentum von Dr. Albin Naßwetter war nicht auf Grund der Benesch – Dekrete konfiszier worden und war im Rahmen des Wiedergutmachungsgesetzes Anfang der 90er Jahre den ursprünglichen Eigentümern zurückgegeben worden. Nach mehr als 10 Jahren wurde dieses auf Grund eines Kaufvertrages Eigentum der Stadt Sternberg.

Im Jahre 2004 wurde vom neuen Eigentümer, der Stadt Sternberg, nur eine sprudelnde Quelle wiederhergestellt. Das Projekt wurde aus den Mitteln der Europäischen Union, dem Programm SAPARD mitfinanziert, mit Unterstützung durch das Ministerium für örtliche Entwicklung. Die Wiederherstellung führten die Firma AQUA MINERA Brünn und DIOS Sternberg zu den Gesamtkosten von 1,500.000 Kronen (CZK) aus, von denen die Instandsetzung der Umgebung des Quellgebietes 1,000.060 Kronen kostete.

Die Quelle ist ein Bronn eines stark mineralisierten kohlensäurehältigen Mineralwassers vom Typ Kalziumhydrogenkarbonat mit einem erhöhten Inhalt von Silizium – Magnesium – und Eisensalzen, welche die Rostfärbung verursachen. Der intensive Gehalt an Kohlendioxyd äußert sich einerseits an dem hohen Wert des aufgelösten CO2 (2600 mg/l), andererseits in der begleitenden Gasphase. Bakteriologisch ist es gänzlich einwandfrei. Die Temperatur des Mineralwassers beträgt 9-10°C. Die Ergiebigkeit der Quelle schwankt in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen um 30 l/min. Die Tiefe der Bohrung beträgt 63 m.

Pramen kyselky pøed rekostrukcí
Die Quelle des Sauerbrunnens vor der Wiederherstellung
Pramen kyselky po rekonstrukci
Die Quelle des Sauerbrunnens nach der Wiederherstellung

Die Wälder in der Umgebung des Zeschdorfer Sauerbrunnens sind bis heute wegen des großen Vorkommens essbarer Pilze sehr beliebt. Es ist hier, wie man sagt, die nicht weite siebente Stelle des Grünen Lehrpfades, das so genannte „Pilzparadies“. Es lassen sich hier Eichensteinpilze, Porphyrröhrlinge. Steinpilze, Birkenpilze und Rotkoppen finden.

Houbaøská sezona roku 2005 tu byla nadmíru bohatá
Die Pilzsammlersaison im Jahre 2005 war hier überaus reich
64669 návštìvníkù© 2010 Ing.Karel Jorda, tesikov@email.cz